DMOZ.org – Ist der Web-Katalog noch zeitgemäß?

erstellt am: 17.11.2011

DMOZ.org – Ist der Web-Katalog des Open Directory Projects (ODP) noch zeitgemäß?

Im Vergleich zu aktuellen Web 2.0-Projekten sieht die Website DMOZ.org aus wie ein Fossil aus den Anfängen des Internets. Und genau genommen ist sie das auch. Es hat sich, rein optisch, in  den letzten 10 Jahren kaum etwas verändert. Was sich aber offenbar deutlich verändert hat, sind die Arbeitsweise des ominösen Teams, das dahinter steckt, die Bedeutung für Google und der Nutzen im Vergleich zum Aufwand, dort gelistet zu werden.

Früher galt es unter Suchmaschinen-Optimierern als das wichtigste Kriterium für die Positionierung in Suchmaschinen, beim ODP gelistet zu werden. Tatsächlich hat Google lange Zeit sehr viel Wert auf die Einträge dieses Web-Katalogs gelegt, da diese von Menschen kontrolliert werden und damit einen besonderen Qualitätsanspruch haben sollen.

Aber ist das wirklich noch so? Wenn man sich die heutigen Einträge in einigen Kategorien ansieht, so wundert man sich schon, wo sich der Qualitätsanspruch wiederspiegeln soll. Da werden teils kaputte Links und uralte Websites gelistet. Dafür scheint es oft unmöglich, mit einer neuen, modernen und technisch einwandfreien Website dort gelistet zu werden. Es gibt Berichte von Nutzern, die seit Jahren darauf warten, im Verzeichnis aufgenommen zu werden.

Und das schlimmste in Zeiten des Mitmach-Webs: Es gibt kein Feedback. Keine Nachricht, warum man nicht gelistet wird, oder dass es noch etwas dauert. Nichts. Für moderne Web 2.0-Projekte ein absolutes No-Go! Aber okay, DMOZ ist ja auch kein modernes Web-Projekt, sondern aus meiner Sicht ein Auslaufmodell.

Nicht zuletzt die hartnäckigen Gerüchte, dass einige Editoren des Projektes nur gegen massive Bestechungsgelder bereit waren, Einträge vorzunehmen, tragen dazu bei, das Vertrauen in diesen Web-Katalog zu verlieren. Dies spiegelt sich auch in der Bewertung seitens Google wieder. Zwar hat die Startseite noch immer eine Pagerank von 8, jedoch die meisten Unterkategorien bereits keinen mehr. Da aber nur aus Unterkategorien heraus auf Websites verlinkt wird, scheint allein deshalb schon der Wert des Eintrages in Frage gestellt.

Aus meiner Sicht würde ich jedem Website-Betreiber raten, einen Eintrag in das Verzeichnis zu probieren, aber keinen allzu großen Aufwand dafür zu betreiben und keine allzu großen Erwartungen daran zu knüpfen. Ein Eintrag bei DMOZ ist “nice to have” aber längst kein Killer-Kriterium mehr, um bei Google & Co. vorne mit dabei zu sein. Ich bin sicher, dass das Open Directory Project in den nächsten Jahren in der absoluten Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Oder haben Sie schon einmal in den letzten Jahren ernsthaft nach Informationen bei DMOZ.org gesucht, anstatt Google zu verwenden?

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